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Kreidezähne
Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)

Hat Ihr Kind sichtbare Verfärbungen auf den Zähnen und reagiert schmerzempfindlich auf kalte oder heiße Getränke, sollten Sie dringend einen Zahnarzt aufsuchen. Hier kann es sich eventuell um sogenannte Kreidezähne handeln, die so früh wie möglich zahnärztlich versorgt werden sollten. Besonders Kinder sind immer häufiger betroffen.

Inhaltsverzeichnis

» Was sind Kreidezähne?
» Ursachen für Kreidezähne
» Was tun gegen Kreidezähne?

Was sind Kreidezähne?

Bei dieser Mineralisationsstörung im Zahnschmelz handelt es sich um eine sehr unangenehme, in den 1980er-Jahren erstmals systematisch analysierte Zahnerkrankung, deren Verbreitung stark zugenommen hat. In der medizinischen Fachsprache werden "Kreidezähne" als Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) bezeichnet.

Der Zahnschmelz, eigentlich die härteste Substanz im menschlichen Körper, ist bei Kreidezähnen bis zu 90 Prozent weicher als bei gesunden Zähnen. Ohne frühzeitige Behandlung kommt es schließlich dazu, dass die Zähne regelrecht zerbröseln.

Kreidezähne reagieren äußerst empfindlich auf den Verzehr von kalten und heißen Speisen. Sogar beim Zähneputzen können Schmerzen auftreten, wodurch sich das Risiko für kariöse Schäden erhöht. Außerdem kommt es häufig zur Ausbildung von gelblichen bis bräunlichen Flecken sowie Furchen auf den Zahnoberflächen.

Zu beobachten sind die ersten Hinweise auf Kreidezähne, wenn die ersten bleibenden Zähne durchbrechen.

Welche Ursachen haben Kreidezähne?

Welche Hauptursache der gestörten Mineralisation zugrunde liegt, konnte bislang nicht abschließend geklärt werden. In der Regel wirken mehrere Einflussfaktoren zusammen. Sicher scheint, dass Umweltgifte, wie Weichmacher in Plastikflaschen und anderen Gegenständen aus Kunststoff und Dioxine, eine Rolle spielen. Auch erbliche Ursachen spielen bei der Zahn-Beschaffenheit eine Rolle und wirken sich beispielsweise auf die Anfälligkeit für Karies aus.

Zur Sicherheit sollte stets darauf geachtet werden, möglichst wenige Schadstoffe durch Gegenstände und Nahrungsmittel aufzunehmen, beispielsweise durch den Kauf BPA-freier Schnuller, Trinkflaschen und Spielzeuge.

Auch gesundheitliche Probleme während der Schwangerschaft, Infektionskrankheiten wie Windpocken, und Medikamente wie Antibiotika können sich auswirken. Die Mineralisation der am häufigsten betroffenen Zähne wird weitgehend zwischen dem achten Schwangerschaftsmonat und dem vierten Lebensjahr abgeschlossen. Im schlimmsten Fall sind Kreidezähne bereits beim Durchbrechen bröckelig. Kreidezähne, die erst bei Erwachsenen auftreten, sind bislang nicht dokumentiert. Ob Kinder von MIH betroffen sind, lässt sich demnach bereits um das sechste Lebensjahr herum feststellen.

Was kann gegen Kreidezähne getan werden?

Es ist empfehlenswert, speziell auf Kinderzähne zugeschnittene Prophylaxe-Behandlungen beim Zahnarzt wahrzunehmen. Beispielsweise können die Fissuren in den Backenzähnen versiegelt werden. Bei einer Professionellen Zahnreinigung können Zahnbeläge entfernt und die Zähne mit schützendem Fluoridlack überzogen werden.

Grundsätzlich sollte die Therapie spätestens dann einsetzen, wenn sich die ersten Symptome zeigen. Die Behandlung kann durch die hohe Empfindlichkeit von Kreidezähnen erschwert werden. Bereits vorliegende Defekte in den heranwachsenden Zähnen können mit Füllungen und als Schutzkappen dienenden Kinderkronen behandelt werden.

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Zuletzt aktualisiert am: 27.06.2022
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Experten-Sprechstunde
Nathalie Henrich

Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz im menschlichen Körper. Bei Kreidezähnen ist der Zahnschmelz bis zu 90 Prozent weicher als bei gesunden Zähnen, was ihn weniger widerstandsfähiger macht. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Zähne Ihrer Kinder regelmäßig von einem Zahnarzt kontrollieren lassen. Dr. Nathalie Henrich, Zahnärztin aus Kaarst, beantwortet in dieser Expertensprechstunde Fragen von Patienten zum Thema „Kreidezähne“.

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