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Sportmundschutz
Schutz vor sportbedingten Zahnverletzungen

Ein Sportmundschutz, auch als Sportschiene bezeichnet, dient dem Schutz vor Verletzungen im Bereich des Mundes, insbesondere der Zähne, des Zahnfleisches und der Zunge. Etwa ein Drittel der Verletzungen des Mundraums entstehen durch sportliche Aktivitäten. Darunter weisen vor allem Sportarten mit Körperkontakt, wie Boxen oder Ringen, sowie verschiedene Sportarten mit Schläger, wie Hockey, Baseball oder Squash, ein erhöhtes Verletzungsrisiko auf.

Inhaltsverzeichnis

» Risiko für Verletzungen
» Zahnunfällen vorbeugen
» Konfektionierter Sportmundschutz
» Boil & Bite Mundschutz
» Zwei-Komponenten-Mundschutz
» Individueller Mundschutz
» Bei welchem Sport empfohlen?

Welche Verletzungen werden ohne Sportmundschutz riskiert?

Sportverletzungen im Mundraum können Lippen, Wangen, Zunge sowie die Zähne betreffen und erheblich Schäden verursachen. Insbesondere Verletzungen der Zähne haben weitreichende Folgen. Nicht selten kommt es zu Zahnfrakturen oder zu Luxationen, dem Ausschlagen einzelner Zähne. In diesen Fällen werden meist langwierige Folgebehandlungen und Zahnersatz notwendig. Eine Wiederherstellung der Ausgangsituation ist in der Regel nicht möglich, Kosten und oft zahlreiche Behandlungen sind die Folge.

Beispielsweise können Zähne, die eine irreversible Nervenschädigung davongetragen haben, nur mittels Wurzelkanalbehandlung erhalten werden. Der Zahnnerv muss entfernt werden, so dass langfristig mit einer Zahnkrone gerechnet werden muss. Ausgeschlagene Zähne können in der Regel nur mit Glück wieder reimplantiert werden, erfordern aber ebenfalls eine Entfernung des Zahnnervs. In der Regel ist eine Reimplantation nicht erfolgreich und es muss ein entsprechender Zahnersatz angefertigt oder auf ein Zahnimplantat zurückgegriffen werden.

Zahnunfällen durch Sportmundschutz vorbeugen

Mit dem richtigen Mundschutz können sportbedingte Verletzungen im Bereich des Mundes und der Zähne effektiv vermieden werden. Auch das Risiko einer Unterkieferfraktur kann durch eine individuell angepasste Sportschiene minimiert werden. Langfristigen Folgen für die Zahngesundheit wird nur mit geeignetem Mundschutz vorgebeugt.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten des Sportmundschutzes, zwischen denen der Sportler wählen kann.

Konfektionierter Sportmundschutz aus vorgefertigten Kunststoffschalen

Dieser Mundschutz ist nicht individualisierbar und kann nicht auf die natürliche Zahnreihe angepasst werden. Er muss durch das ständige Zusammenbeißen der Zähne im Mund gehalten werden. Es besteht kaum Schutz bei stärkeren Krafteinwirkungen und kein Schutz gegen Kieferfrakturen.

Boil & Bite Mundschutz aus thermoplastischem Material

Dabei handelt es sich um einen sehr kostengünstigen Mundschutz mit einfachster Anpassungsmöglichkeit. Die Kunststoffschale wird zu Hause in heißem Wasser verformbar gemacht und vom Sportler selbst durch Zusammenbeißen an den Oberkiefer angepasst. Dadurch ist der Halt wesentlich besser als bei der konfektionierten Variante, jedoch fehlt die professionelle Anpassung durch den Zahnarzt.

Außerdem ist diese Art der Sportschiene sehr dünn und bietet bei starker Krafteinwirkung kaum ausreichend Schutz. Des Weiteren kann der Mundschutz während der Anpassung durch unkontrolliertes Aufbeißen durchgebissen werden. An diesen Stellen ist der Schutz für die Zähne nicht mehr gewährleistet. Darüber hinaus besteht kein Schutz gegenüber Kieferfrakturen.

Zwei-Komponenten-Mundschutz aus zwei Materialien

Bei dieser Art des Sportmundschutzes werden zwei breiige Komponenten gemischt und in einer vorgefertigten Kunststoffschale auf die Zahnreihe im Oberkiefer gedrückt. Durch die Vermischung der Materialien kommt es zur Aushärtung. Ein Durchbiss ist bei dieser Methode nicht möglich und die Anpassung an die Zähe im Oberkiefer ist ausreichend. Jedoch fehlt der Einbiss durch die Zahnreihe des Unterkiefers, die Kontaktpunkte der Zähne können nicht mehr übereinstimmen. Dadurch verliert diese Sportschiene ihren Tragekomfort und kann zu Verspannungen der Kiefermuskulatur führen. Schutz bei starker Gewalteinwirkung und gegenüber Kieferfrakturen besteht nicht.

Individueller Sportmundschutz durch den Zahnarzt

Bei dieser Methode wird der Sportmundschutz über einen individuellen Zahnabdruck in der Zahnarztpraxis erstellt. Zusätzlich werden über einen Konstruktionsbiss die genauen Kontaktpunkte der Zähne zwischen Ober- und Unterkiefer bestimmt. Diese Art des Mundschutzes wird in der Regel im Oberkiefer getragen, wobei die Zähen des Unterkiefers durch eine spezielle Ausformung der Schiene automatisch fixiert sind. Dadurch ist der Unterkiefer zusätzlich gegen Stöße und Frakturen geschützt. Die Kommunikation mit Teamkammeraden ist normal möglich.

Je nach ausgeübter Sportart wird die Dicke der Sportschiene angepasst. Es können ein- bis dreischichtige Schienen angefertigt werden. Je größer die potenzielle Gewalteinwirkung auf die Zähne, desto stärker muss der Sportmundschutz gestaltet werden.

Für Boxer erfolgt grundsätzlich eine Spezialanfertigung, die gleichzeitig die Zähne des Ober- und Unterkiefers bedeckt. Nur so ist ein vollständiger Schutz gegen Schläge optimal gewährleistet. Allerdings ist dadurch keine verbale Verständigung mehr möglich. Dazu muss der Mundschutz herausgenommen werden.

Durch die optimale Anpassung erhält die individuelle Sportschiene als einzigen Sportmundschutz maximalen Halt und Tragekomfort. Durch ihre hohe, dämpfende Wirkung reduziert sie außerdem das Risiko von Gehirnerschütterungen und Schädel-Hirn-Verletzungen. Sie eignet sich als einzige Schienenart zusätzlich auch für junge Sportler mit fester Zahnspange.

Bei welchem Sport sollte ein Mundschutz getragen werden?

Grundsätzlich ist das Tragen eines Sportmundschutzes für folgende Sportarten zu empfehlen:

  • American Football
  • Baseball
  • Basketball
  • BMX
  • Boxen
  • Eishockey
  • Feldhockey
  • Inlineskating
  • Handball
  • Karate
  • Kickboxen
  • Mixed Martial Arts
  • Mountainbiking
  • Reitsport
  • Ringen
  • Skateboarding
  • Skirennsport
  • Squash Wasserball

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Zuletzt aktualisiert am: 11.04.2024
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Dr. Katarina Preugschat über:

Sportzahnmedizin

Katarina Preugschat
Dr. Katarina Preugschat über:

Sportzahnmedizin

Die Sportzahnmedizin befasst sich mit der Verletzungsprävention sowie prophylaktischen Untersuchungen. Außerdem untersucht sie die Auswirkungen von Zahn- oder Zahnfleischerkrankungen auf die individuelle Leistungsfähigkeit. Dr. Katarina Preugschat, Zahnärztin aus Hamburg (Rahlstedt), beantwortet in dieser Expertensprechstunde Fragen von Patienten rund um das Thema „Sportzahnmedizin".

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