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Experten-Sprechstunde

Bestimmung der oralen Immunkompetenz durch aMMP-8-Biomarkertests

Dr. Marcus Nowak

In dieser Experten-Sprechstunde beantwortet Dr. Marcus Nowak, Zahnarzt aus Berlin (Charlottenburg), Fragen von Patienten zum Thema: Bestimmung der oralen Immunkompetenz durch aMMP-8-Biomarkertests

Die Matrix-Metallo-Proteinase 8 (aMMP-8) steht am Ende der granulozytären Entzündungskaskade. (Anmerkung der Redaktion: Granulozyten sind normalerweise die zahlenmäßig größte Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie sind vor allem für die Abwehr von Infektionen wichtig, welche durch Bakterien, Pilze oder Parasiten verursacht werden.) aMMP8 ist verantwortlich für den Gewebeabbau, weil es die Kollagenfasern des Zahnhalteapparates zerstört. Die Enzymaktivität von aMMP-8 kann nun seit geraumer Zeit quantitativ aus der Zahntasche bestimmt werden. Bei der Parodontitis und der Periimplantitis wird dies zur frühen Diagnosestellung eines Attachementverlustes und zur Risikoabschätzung genutzt. (Anmerkung der Redaktion: Attachmentverlust = Klinischer Gewebeverlust. Der Begriff Attachment umschreibt die Gesamtheit des Zahnhalteapparates, also die "Anheftung", die den Zahn im Kiefer verankert.) Kurz gesagt, der aMMP-8-Wert ist der Gradmesser für die systemische Wechselwirkung der Parodontitis mit anderen Organsystemen, also der oralen Immunkompetenz.
Nein, aMMP-8 wirkt aber nicht nur im Mund. Der Zusammenhang von Parodontitis mit Herz-Kreislauferkrankungen und dem Schlaganfallrisiko, einem Diabetes mellitus oder die erhöhte Gefahr von Frühgeburten und einem niedrigem Geburtsgewicht bei Schwangerschaften sind belegt. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zeigen, dass mit dem aMMP-8 eine Risikobeurteilung nicht nur die Parodontitis und damit für Zahnverlust sondern auch für die Entwicklung systemischer Komplikationen möglich ist.
Je höher aMMP-8-Wert in der Zahntasche ist, desto wahrscheinlicher sind andere körperliche Erkrankungen. Das Risiko, an einem Herzinfarkt zu versterben, korreliert sehr gut mit der Höhe des aMMP-8-Wertes in der Zahntasche. Der wechselseitige Zusammenhang wird auch dadurch belegt, dass der aMMP-8-Wert in der Zahntasche bei Patienten mit akutem Herzinfarkt ansteigt. Ähnliches wird bei Diabetikern und Rheumatikern gefunden. Auch bei Gelenkerkrankungen wurde gezeigt, dass ein erhöhter aMMP-8-Wert auftritt und aMMP-8 verantwortlich ist für den Abbau des Gelenkknorpels. Der Zusammenhang zu Frühgeburten bei Schwangeren ist schon alleine damit zu erklären, dass aMMP-8 auch in der Fruchtblase die Aufgabe hat, Kollagenfasern aufzulösen, um letztlich den Geburtsvorgang einzuleiten. Kurz gesagt nimmt aMMP-8 eine zentrale Stellung im lokalen / systemischen Entzündungsprozess und damit der oralen Immunkompetenz ein. Oder noch kürzer: Gesund beginnt tatsächlich im Mund.
Unter den genannten Gesichtspunkten ist es verständlich, dass unabhängig von der eigentlichen zahnärztlichen Indikation, beispielsweise die Früherkennung eines aggressiven Parodontitis-Verlaufes, vor allem bei Patienten mit den oben genannten systemischen Erkrankungen eine regelmäßige (1 – 2 malige jährliche) aMMP-8-Bestimmung empfehlenswert ist. Bei erhöhten Werten empfehle ich eine Intensivierung der therapeutischen Maßnahmen. Zusätzlich sollte ein erhöhter aMMP-8-Wert dazu führen, dass der Patient im interdisziplinären Netzwerk gemeinsam mit dem Hausarzt und/oder Allgemeinmediziner betreut wird und in Abhängigkeit von der Grunderkrankung auch der Kardiologe, der Rheumatologe, der Gynäkologe oder auch der Onkologe Hand in Hand mit dem Zahnarzt kooperieren. Im Umkehrschluss sollte es aber auch zur Regel werden, dass die oben genannten anderen medizinischen Fachbereiche ihre Patienten eindringlich zu Intervalluntersuchungen beim Zahnarzt motivieren, um den Risikofaktor Parodontitis frühzeitig zu erkennen und gemeinsam mit dem Zahnarzt die interdisziplinäre Therapie frühzeitig beginnen zu können. Der aMMP-8-Biomarker verbindet die Zahnärzte mit den andren Fachärzten.
In Deutschland leider nicht. Der Test wird in der Zahnarztpraxis durchgeführt. Das Ergebnis liegt nach etwa 10 Minuten vor. Dem Patienten entstehen Kosten von etwa 40 – 50 Euro.

Die Experten-Sprechstunde dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose und ersetzt eine Behandlung weder medizinisch noch rechtlich. Die Antworten spiegeln die Meinung des Autors wider und nicht die der Betreiber von www.zahnarzt-arztsuche.de

Zuletzt aktualisiert am: 10.08.2020

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